Das Schöne und Gute

Sabine Lück in ihrem Laden Schön & Gut im Luisenviertel

Seit 15 Jahren führt Sabine Lück ihren Laden „schön & gut“ in der Obergrünewalder Straße – und sie entdeckt jedes Jahr neue Highlights für ihre Kundschaft. Die kommt teilweise schon in zweiter Generation.

30 Menschen passen rein. Das hat Sabine Lück beim letzten Das-Viertel-leuchtet-Abend grob geschätzt. Das wäre dann so in etwa Limit, das ihr kleiner Laden maximal an Kund:innen vertragen kann. Normalerweise geht es wesentlich ruhiger zu und man kann ganz ohne Stress die vielen verschiedenen Geschenkideen und andere Waren im schön & gut unter die Lupe nehmen. Natürlich immer mit der fachkundigen Beratung von Sabine Lück, die im März dieses Jahres das 15-jährige Bestehen ihres Ladens feierte. Beziehungsweise, so richtig gefeiert hat sie das Jubiläum nicht. „Das ist ein bisschen an mir vorbeigegangen. Gerade in der Osterzeit ist immer sehr viel los“, erzählt die Inhaberin.

Inhaberin Sabine Lück im Eingang des Ladens Schön & Gut
15 Jahre Geschenke im Luisenviertel: Sabine Lück im Eingangsbereich ihres Ladens.

Ostern, Sommer, Herbst, Weihnachten – die jeweilige Jahreszeit kann man immer gut an der Ware ablesen, mit der die gebürtige Barmerin jeden Zentimeter ihres Ladens in liebevoller Kleinarbeit immer wieder neu bestückt. Trotzdem wirkt es nicht vollgestopft, sondern sehr gut sortiert. Und alles ist handverlesen von der Inhaberin. „Heute würde man vielleicht Concept Store sagen“, so Lück. Besonders zur Weihnachtszeit seien die Regale, Schränke, Tische und andere Präsentationsflächen – wie die Einbauküche im hinteren Bereich – immer besonders gut gefüllt, sagt Lück.

„Heute würde man vielleicht Concept Store sagen.“

Sabine Lück

Exklusive Produkte
Gegründet wurde das schön & gut gewissermaßen aus einer Sektlaune heraus, wie Sabine Lück erzählt. „Ich war mit meinem Mann im Luisenviertel unterwegs und sah diesen Zettel im Schaufenster.“ Die Idee, einen eigenen Laden zu eröffnen, reifte zu dem Zeitpunkt schon seit einiger Zeit in Sabine Lücks Kopf. Jetzt ergab sich die Gelegenheit und sie schlug zu. Zur Eröffnung lag der Fokus noch auf dem Bereich „Küche und Garten“, im Laufe der Zeit habe sich das Sortiment dann immer weiter verändert. Kleine Geschenkideen für Kinder sind irgendwann dazu gekommen. „Backförmchen und andere Küchenutensilien habe ich aufgegeben, das wurde einfach zu viel.“ Bei der Auswahl neuer Waren setzt Sabine Lück auch auf Exklusivität. Wenn bestimmte Hersteller aus ihrer Sicht zu inflationär im Viertel oder in Geschäften in der City verteilt sind, fliegen sie bei ihr schon mal aus dem Angebot. „Hier im Luisenviertel funktioniert das aber eigentlich sehr gut“, so Lück.

Bunte Filzblumen von oben
Fair und nachhaltig: Ladeninhaberin Sabine Lück ist wählerisch bei den Produkten, die sie anbietet.

Offline aus Prinzip
Das Publikum im schön & gut ist ausgesprochen bunt gemischt, wie Sabine Lück sagt. „Zu mir kommen sogar Männer“, sagt sie und lacht. Das sei nicht selbstverständlich für so einen Laden. Über die Jahre habe sie inzwischen schon mit der nächsten Generation an Kund:innen zu tun. „Manchmal kommen die Töchter meiner Kunden dann in den Laden und suchen etwas für ihren Nachwuchs“, erzählt Lück.

Auch die Auswahl der Produkte im Sortiment passt sich immer wieder dem Zeitgeist an. So gibt es seit einiger Zeit die beliebten Filzblumen eines dänischen Herstellers bei ihr zu kaufen, auch wenn es etwas gedauert habe, bis Sabine Lück diese wertgeschätzt hat. Grundsätzlich sind ihr fair produzierte und nachhaltige Produkte am liebsten. „Ich achte auf Fairtrade, Öko- und Biolabel, auf Tierwohl, Up- und Recycling und wenn möglich auf Fertigung in Europa“, so Sabine Lück. Darüber hinaus gibt es im schön & gut viele Produkte von Labels, die von Frauen gegründet oder geführt sind. Der Einzelhändlerin liegen auch und gerade kleine Start-ups am Herzen. Zum Beispiel die Kölner Firma Airpaq, die Taschen und Rucksäcke aus aussortierten Airbags und Gurtmaterial herstellt. Oder die Marke Hopery, die vegane und palmölfreie Seife produziert und die einen Teil des Gewinns an Orang-Utan-Rettungsorganisationen spendet.

Um neue Hersteller und Produkte zu entdecken, fährt Sabine Lück mehrmals im Jahr auf diverse Messen im gesamten Bundesgebiet. Am liebsten ist ihr die Messe in Hamburg. „Da sind immer die ganzen nordischen Firmen vertreten.“ Man müsse neue Produkte auch anfassen können und selbst begutachten. Einfach online irgendetwas bestellen, das liegt ihr nicht. Dementsprechend spartanisch ist auch die Onlinepräsenz des schön & gut. Die Menschen kommen trotzdem zu ihr in den Laden, lassen sich direkt vor Ort inspirieren und beraten. „Das hat die letzten 15 Jahre gut funktioniert.“ Und wir wünschen, dass es genauso weitergeht.

Text: Marc Freudenhammer
Fotos: Süleyman Kayaalp

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