WAU!

Enrica Ponzone mit ihrer weißen Hündin im Blancakikka

Seit 15 Jahren ist Blancakikka der Ort für qualitätsbewusste Hundefreunde. Wenn es nach Inhaberin Enrica Ponzone geht, bleibt das auch in Zukunft so.

Das eigene Jubiläum will Enrica Ponzone, 
geflochtener Zopf, strahlendendes Lächeln und italienischer Akzent, nicht feiern. Lieber zelebriert sie die Geburtstage ihrer beiden Hunde Elsa (12) und Pippa (16), die sich in ihre Kuschelecke im hinteren Teil des Ladens zurückgezogen haben. Die namensgebende Boxerin Blanca sei leider 2014 an Altersschwäche gestorben, erzählt Enrica Ponzone, deren Spitzname Kikka sich ebenfalls im Namen ihres Unternehmens wiederfindet. „Als ich mich damals entschloss, den Laden zu machen, kam für mich nur das Luisenviertel in Frage“, so die gebürtige Mailänderin. Im Alter von 40 Jahren wurde die Idee, einen eigenen Hundeladen zu eröffnen immer greifbarer. Ihre Recherchen ergaben, dass die Nachfrage durchaus gegeben ist: „Damals gab es 15.000 angemeldete Hunde in Wuppertal und Umgebung.“

Monatelang habe sie sich nach einem Ladenlokal umgehört, ohne Erfolg. Irgendwann kam der Hinweis, dass die Räume in der Obergrünewalder Straße frei werden. Plötzlich ging alles ganz schnell. „Ich habe den Vermieter im Katzengold getroffen und den Mietvertrag gleich per Handschlag ausgemacht.“ Das war 2011. Ihr altes Leben als erfolgreiche Projektmanagerin eines internationalen Konzerns hat sie für ihren Traum aufgegeben und ihrer italienischen Heimat endgültig den Rücken zugekehrt. Wobei das nicht ganz der Wahrheit entspricht. 

Handarbeit und Service

„Viele meiner Produkte stammen von Lieferanten aus Italien. Die Hundehalsbänder aus Leder werden zum Beispiel in der Toskana in Handarbeit hergestellt“, so Enrica Ponzone. Herkunft und Produktion seien für viele kaufentscheidende Merkmale. Ponzones Kundinnen und Kunden schätzen auch die hohe Qualität der verschiedenen Produkte im Blancakikka.

„Bei mir gibt es besondere Produkte und auch einen besonderen Service. Ich nehme mir immer viel Zeit für Beratung und Sonderwünsche.“ Dieser persönliche Einsatz sei sicher auch einer der Gründe für die immer weiter wachsende Stammkundschaft, die den größten Teil der Käufer ausmache. Einige kommen seit der ersten Stunde immer wieder in ihren Laden in der Obergrünewalder Straße. „Die Kunden erwarten diesen Service zu Recht“, sagt die Inhaberin. Und so sind viele einstige Kunden und Kundinnen heute weit mehr als berufliche Bekanntschaften. Zu manchen haben sich über die Jahre echte Freundschaften aufgebaut, wie sie sagt. Inzwischen statte sie teilweise bereits die zweite Generation an vierbeinigen Familienmitgliedern aus. 

Auch in Notfällen oder unangenehmen Situationen, wie dem Tod eines Tieres, ist Enrica Ponzone als Ansprechpartnerin da, spendet Trost und hat ein offenes Ohr. „Die Bank im Laden hat schon so manche Emotionen erlebt“, sagt sie. Trauer sei dabei gewesen aber auch Freudentränen über neue Familienmitglieder auf vier Pfoten.

Fell statt Gefieder

Als Enrica Ponzone gerade von ihrer Kindheit erzählen will, wird unser Gespräch von einem lauten Bellen unterbrochen. Das kommt allerdings nicht aus der Vierbeinerlounge, es ist der Klingelton ihres Smartphones, das im Nebenraum liegt. „Hier bellt alles“, sagt sie und lacht. „Ich bin wirklich ein Hundemensch durch und durch.“ Ihr Vater sei früher ein passionierter Jäger gewesen und war deshalb immer in Begleitung zweier Jagdhunde unterwegs. Heute geht es im Elternhaus etwas ruhiger zu: Wo früher große Hütehunde das Anwesen bewachten, leben heute ein EnglischerSetter und ein Weimaraner an der Seite der Eltern. 

Angst vor großen oder lebhaften Tieren ist Ponzone völlig fremd. Im Gegenteil schätzt sie es, wenn ein Hund oder eine Hündin energiegeladen ist und einen eigenen Kopf hat, so wie ihre erste Boxerdame Blanca. Ganz anders sieht das aus, wenn es um Vögel geht. „Ich habe große Angst vor allem, was fliegen kann. Als Studentin musste ich immer über den Mailänder Domplatz und die vielen Tauben dort waren mir nicht geheuer.“

Den Bezug zur alten Heimat hat sie bis heute nicht verloren. Etwa zwei bis dreimal im Jahr zieht es sie gen Süden. Die Familie besuchen – und Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten pflegen. „Einige von meinen Kontakten sind inzwischen gute Freunde geworden.“ Geschäft und Privates lasse sich in ihrer Position ohnehin nur schwer trennen. Dazu passt auch, dass Ponzone nicht allzu weit von ihrem Geschäft wohnt und so jeden Tag zu Fuß zur Arbeit gehen kann. „Mir macht das alles immer noch viel Spaß und ich bin gerne im Geschäft.“ Wenn es die Zeit zulässt, produziert die Inhaberin sogar eigenhändig Produkte für den Verkauf. Dann schnappt sie sich Stricknadel und etwas Wolle und fertigt schöne Mäntel und Accessoires für die tierische Kundschaft. 

Text: Marc Freudenhammer
Foto: Süleyman Kayaalp

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